VOTEC Gravel Fondo 2016 – Auf in neue Sphären !

Man könnte meinen, der goldene Herbst des VOTEC GRAVEL FONDO wäre bereits eine kleine Ewigkeit her. Die Erinnerungen an zwei perfekte Radtage rund um den Feldberg, viele nette Menschen, entspannte Atmosphäre und Landschaft satt sind umso lebendiger. Wer auch dabei war, wird wissend in sich hinein lächeln. Weiter unten gibt’s ein Recap des Events.

Hier eine vollständige Collection alle GAVEL FONDO Tracks, die es über die Jahre gegeben hat, und alle, die noch hinzukommen werden:

Gravel Fondo erobert den Feldberg!

Los ging das Wochenende schon am Freitagabend. Den Feldbergpass fast nur einen Steinwurf entfernt und mit einem noch grünen Ski-Hang direkt vor der Nase, stellte sich eine Sportförder-Kaserne als üppig ausgestattetes Zentrum für das kommende Wochenende heraus. Orga-Partner „Sauser-Events“ war der richtige Türöffner, damit eine Gruppe von über 100 Radverrückten für ein Wochenende das ehemalige Trainingszentrum von Sven Hannawald & Co. übernehmen konnte. Apropos Radverrückte: Wenn Brügelmann an Bord ist und es ums Rennradfahren geht, dann sind die Jungs von Guilty76 meist nicht weit. So auch hier. Von irgendwo kam Pizza und Bier. Ein Lagerfeuer lud zu Fachsimpeln mit altbekannten und neuen Gesichtern ein. Von Renn-Anspannung keine Spur.

Dass es an Sportsgeist trotzdem nicht mangelte, wurde am nächsten Morgen klar. Aus den vielleicht dreißig Personen vom Vorabend war ein 100 Fahrer und Fahrerinnen starkes Feld geworden. In voller Montur wurde über den noch in den Bergen hängenden Nebel diskutiert, Material verglichen und GPS-Tracks geladen. Alle waren begierig, loszulegen. Doch Moment: Das VOTEC GRAVEL FONDO ist ausdrücklich kein Rennen. Extra angelegte Strava-Segmente auf dem GPS Track luden zwar zum Beißen ein, der Modus versprach aber den Charakter einer Ausfahrt mit Freunden. Passenderweise entließ Guilty76 Gründer und GRAVEL FONDO-Moderator des Wochenendes, Florian Jöckel, 10er Gruppe für 10er Gruppe in den noch tief hängenden Nebel auf die 72 Kilometer und knapp 2000 Höhenmeter lange Tagesstrecke.

Schon auf dem ersten Kilometer Abfahrt offenbarte sich der Streckencharakter für das gesamte Wochenende: Asphalt, feiner Schotter und ein kurzes, flowiges Stück Trail stimmten auf Kommendes ein. Kaum hatte der lange Anstieg begonnen, schlossen Gruppen zueinander auf, vermischten sich, sortierten sich neu und preschten zum ersten Mal an diesem Tag dem Feldberg-Gipfel entgegen. Kalt bliebt dabei niemandem lange, obwohl der Morgennebel kaum bis ganz nach oben aufriss. Auf dem Roadbook war sowohl Gipfel, als auch am Ende der zweiten Strava-Prüfung, Verpflegung vorgesehen. Leider war ausgerechnet an dieser ausgesetzten Stelle die Sicht besonders schlecht und es pfiff ein eisiger Wind. So fuhr unsere Gruppe, ebenso wie manch andere, unbemerkt an Kaffeespezialitäten, Kuchen & Co. vorbei, um Wind und feuchtem Nebel wieder zu entkommen. Nur wenige Kilometer weiter siegte die Sonne. Ein versperrter Abschnitt im nächsten Anstieg zwang nahezu alle Fahrer kurz vom Rad, belohnte aber mit grandioser Aussicht und langer Schotterabfahrt hinab zu unserer ersten Verpflegungsstelle. Brügelmann-Bananen und umsichtige Standbetreuung sei Dank, starteten wir gut gelaunt auf die zweite, sonnige Hälfte des Tages.

Rollend über feine Schotter- und Waldwege flogen wir weiter, Richtung Titisee, ein weiteres Strava-Segment hinauf und wieder hinab zu den Schwarzwälder Schinkenbroten am Fuße eine Skisprung-Anlage mitten im Wald. Von dort aus ging es in größer gewordener Gruppe nahezu konstant bergauf auf Schotterwegen Richtung Feldbergpass. Der letzte Stich des Tages führte noch einmal fast hinauf bis zum Feldbergturm und brannte in den Beinen.

Foto: shutuplegs.de

Eine raue Asphaltabfahrt später, fanden wir uns an den Toren der Kaserne wieder, vor aufgebauter Schwarzwälder Kirschtorte und inmitten selig aussehender Mitstreiter. Endlich den auf dem Gipfel verpassten Cappuccino schlürfen! Tiefe Entspannung machte sich breit. Wer noch Kraft übrig hatte, durfte sich am Rodeo-Reiten versuchen. Wer mehr Entspannung suchte, verschwand kurz in der Sauna, während das Spanferkel fürs Abendessen vorbereitet wurde. Neben üppigem Mahl und einer Siegerehrung für die Strava-Kings und Queens sorgten Liveband und DJ-Künste vom RedBull-Jeep für angeregte Unterhaltungen rund um Feuerkörbe, bald für die angemessene Bettschwere.

VOTEC hat mit seiner GRAVEL FONDO-Premiere eine tolle Veranstaltung aus der Taufe gehoben und ganz nebenbei die beste Werbung für eine ganze Radgattung hingelegt. Beim GRAVEL FONDO wurden die oft markig hervorgehobenen Stärken der neuen Allroundrennen auf Herz und Nieren abgeprüft. Rennrad-Fans und Mountainbiker rollten tatsächlich Seite an Seite und zeigten sich gleichermaßen begeistert. Sollte tatsächlich jemand der TeilnehmerInnen an beiden Tagen durchgängig den Kopf gesenkt und das Tempo hochgehalten haben, so haben sie einen wichtigen Teil des Events verpasst. Denn trotz der knackigen Eckdaten luden Streckenführung, Landschaft und luxuriöse Verpflegungsstops zum Genießen ein. Wir empfehlen: Unbedingt dem Strava Gravelfondo-Club beitreten und so rechtzeitig informiert sein, wie, wo und wann eine Fortsetzung ansteht. Wir freuen uns auf euch!

Gravelige Grüße
Euer Team Gravel Fondo

Foto: shutuplegs.de